Offene Briefe an die Kolleginnen und Kollegen der Bank

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am 08. März  ist Internationaler Weltfrauentag.

Aus dieser Tradition heraus werden wir auch dieses Jahr wieder an die Kolleginnen in München eine Rose verteilen. Mit diesem „Symbol“ möchten wir ein Zeichen setzen.

Der Weltfrauentag bietet immer einen willkommenen Anlass, um in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen und Männern einen kritischen Blick in unser Unternehmen zu werfen. Wir stellen fest, dass in der HVB bereits Einiges getan wird, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser zu ermöglichen. Flankiert wird dies durch begrüßenswerte Initiativen zur Frauenförderung.

ABER: Geht es Ihnen auch so, dass es, wenn es um Sie persönlich geht, Sie diese Initiativen in Ihrem Arbeitsalltag nicht „fühlen” können? Wenn man bedenkt, dass mehr als die Hälfte aller Mitarbeiter der HVB Frauen sind, stellt sich ständig aufs Neue die Frage, warum die betrieblichen Führungsebenen nach wie vor männerdominiert sind. Fortschritte zeichnen sich bei diesem Thema – trotz gesetzgeberischen Eingreifens – nur langsam ab.

Um das „Entgelttransparenzgesetz” wurde in der letzten Großen Koalition lange gestritten. Als es endlich kam, war es ein Kompromiss. Seit Juli 2017 ist das Gesetz, das Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen schaffen soll, in Kraft.

Das Gesetz stellt klar, dass Frauen und Männer für die gleiche oder eine gleichwertige Arbeit auch dasselbe Entgelt erhalten müssen. Leider fehlt im Gesetz ein Anpassungsanspruch. Denn statistisch beträgt die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern immer noch rund 21% (Quelle: Statistisches Bundesamt 2017).

Es ist nicht auszuschließen, dass auch in der HVB eine Lücke, wenn auch sicherlich nicht in diesem Ausmaß, existiert. Doch warum noch immer? Gilt doch das Gebot des gleichen Entgelts, als wesentlicher Bestandteil der grundrechtlich geschützten Gleichberechtigung von Frauen und Männern, in Deutschland seit mehr als 60 Jahren. Im tariflichen Bereich hilft jedenfalls unser Tarifvertrag, der nicht zwischen Geschlechtern unterscheidet, auch nicht bei der Bezahlung.

Wir beraten und unterstützen Sie beim Thema rund um Ihre Vergütung.

Ausführliche Informationen zum „Entgelttransparenzgesetz” finden Sie hier.

Wir arbeiten nicht erst seit diesem Jahr an der Entgeltgleichheit.

Unablässig fordert der Personalausschuss des Betriebsrates München eine korrekte Vergütung ein. So ist es in ca. 700 Einzelfällen gelungen, im Rahmen von personellen Einzelmaßnahmen von Frauen und Männern in unserem Betrieb, tarifliche Umgruppierungszusagen durchzusetzen. Für eine gerechte Bezahlung!

Unser Fazit: Trotz vielfältigster Bemühungen gibt es nach wie vor Handlungsbedarf in der Bank, die Gleichstellung von Frauen und Männern weiter voran zu treiben. Wir setzen uns unermüdlich dafür ein – heute mit dem Symbol der Rose!

Facts&Figures:

Die Geschichte des Weltfrauentages:

1910 forderte die deutsche Sozialistin Clara Zetkin erstmals öffentlich “Menschenrechte für Frauen”. Bereits ein Jahr später gingen Frauen in Deutschland, Österreich, Dänemark und der Schweiz auf die Straßen, um den Frauentag zu feiern. Vor allem forderten sie damals das Frauenwahlrecht. Finnland war das erste Land Europas, in dem Frauen wählen durften. In der Schweiz steht dieses Recht den Frauen sogar erst seit 1971 zu. Deutschland führte das Frauenwahlrecht 1918 ein.

Die Rolle der Frau heute:

Die Rolle der Frau in der Gesellschaft hat sich bis heute zwar verbessert, ist aber regional noch sehr unterschiedlich. In Mitteleuropa sind Frauen ein nicht wegzudenkender Teil der Arbeitswelt. Dennoch sind Frauen in Führungspositionen eine Seltenheit. In manchen Ländern der Welt sind Zwangsheirat, Genitalverstümmlung oder häusliche Gewalt immer noch Alltag. Die UN hat für die Verteidigung der Rechte der Frauen eine eigenständige Sektion errichtet: UN Women.

Wissenswert zum Weltfrauentag aus der Welt:

In China ist der Nachmittag für Frauen arbeitsfrei. 1909 gab es den ersten Frauentag in den USA, der als Vorbild für die deutsche Frauenbewegung fungierte.

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In einigen Teilen Deutschland ist es üblich, dass Chefs ihren weiblichen Mitarbeitern eine Blume schenken. Bei uns machen das Ihre besten Betriebsräte!

Egal was in der Bank passiert, wir stehen für Kontinuität und die Vertretung der Interessen aller Kolleginnen und Kollegen.