AGV bricht Verhandlungen ab – ohne sie begonnen zu haben – und verkehrt in seiner Pressemitteilung die Realität

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es ist unglaublich, wie wenig Sie den Arbeitgebern offenbar wert sind! Nicht nur, dass in keinem einzigen Verhandlungsthema auch nur ein Jota an Verbesserungen auf den Tisch gelegt wurde, nein, es wird sogar behauptet, unser Diskussionsvorschlag zur Struktur einer Einigung stellt eine „Erhöhung der Forderungen“ dar und ist nicht verhandelbar.

Die Arbeitgeberseite hielt es noch nicht einmal für nötig, mit uns zu sondieren, an welchen Stellen es unsererseits Bewegungsspielraum gibt. Obwohl wir ohnehin, mit dem Wort „Diskussionsvorschlag“ ja einen solchen signalisiert haben. Stattdessen wurde einmal mehr damit gedroht, im Falle eines Abschlusses der „wesentlich über dem bisherigen Angebot von 1,2% läge, müssten die Banken über weitere Personalabbauprogramme nachdenken.“ (sinngemäß)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mir fehlt jetzt schon jede Idee, wie die Bank ihre Personalabbauziele im MYP24 (Unicredit unlocked) umsetzen will. Und damit fehlt mir erst recht jede Idee, wie man darüber hinaus noch Überlegungen zu weiterem Abbau „androhen“ kann. Ich erachte es als unlauteres Drohszenario, dass wir seit x Jahren erleben. Und obwohl wir oft in den letzten 15 Jahren „moderate“ um nicht zu  sagen (viel zu) niedrige Gehaltsabschlüsse akzeptiert haben, gab dennoch immer weiteren Personalabbau. Um es gelinde auszudrücken, wenn: Egal wie hoch die Gehaltserhöhung ausfällt, wenn es dem CEO in den Kram passt, wird er weiter Personal abbauen, unabhängig vom Tarifabschluss.

Für uns, liebe Kolleginnen und Kollegen, ist daher die entscheidende Frage: wollen wir eine Gehaltserhöhung, die wenigstens einigermaßen die Inflation ausgleicht und vernünftige Rahmenbedingungen auch im Tarifvertrag zu den Themen Entlastung und mobiles Arbeiten oder wollen wir einmal mehr ein Tarifdiktat des Arbeitgebers akzeptieren, das einen massiven Reallohnverlust* bedeutet und keines der anderen Themen vernünftig regelt?

Meine Antwort ist klar. Daher werde ich auch weiter für einen guten Tarifabschluss kämpfen und dafür auch streiken. Und wenn ich nicht schon ver.di Mitglied wäre, würde ich spätestens jetzt eintreten, um der Arbeitgeberseite klarzumachen, dass ich nicht so mit mir umgehen lasse.

Mit besten Grüßen

Peter Aschenbrenner, Mitglied der ver.di Verhandlungskommission

 

Am 26.1. findet um 17 Uhr eine Infoveranstaltung zur Tarifrunde per Webex statt.

Meeting-Link: https://verdi.webex.com/verdi/j.php?MTID=m618eed031d1b14f525a68805482c21d6

Passwort: ZJjTJyjF339

Über Telefon beitreten: +49-619-6781-9736 / Zugriffscode: 2734 325 6739

 

* Das Angebot der Arbeitgeber lautet unverändert: 9 Nullmonate, 1,2% Gehaltserhöhung zum 1.4.22 (und damit kein AT-Budget für AT in 2022), 1,0% zum 1.4.23 und 1,0% zum 1.4.24 mit einer Laufzeit bis zum 30.6.24 (wo man uns dann wieder sagen wird, dass es ja grade zum 1.4. schon eine Gehaltserhöhung gegeben hat).

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